Achtsamkeit und Schmerzen

Schmerzen können in einen Teufelskreis führen: Negative Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen, wodurch sich der Schmerz zunehmend potenziert. Wer Schmerzen hat, möchte diese am liebsten ignorieren.

 

Doch das genaue Gegenteil kann die Tür zur Linderung sein: Wende Deinen Blick nicht ab. In diesem Satz wird ein wesentlicher Bestandteil der Achtsamkeitspraxis vermittelt: Wach und präsent sein auch für die unangenhemen, schmerzlichen Anteile des Lebens.

Mit MBSR kann man lernen Schmerzen auf den einen Satz zu reduzieren: Ich habe eine körperliche Empfindung, mehr nicht. Das heißt "akzeptieren" und einfach wahrnehmen, ohne Urteil und ohne emotionale Verstrickung. Die Akzeptanz kann den Teufelskreis beenden und man kann auch wieder die guten Seiten des Lebens sehen. Achtsamkeit ist heilsam, das belegen mittlerweile zahlreiche wissenschaftliche Studien.

 

 

Viele medizinische Studien haben die Wirksamkeit der Achtsamkeitspraxis bei unterschiedlichen Krankheiten untersucht; wie bei Rücken- und Kopfschmerzen/Migräne, dem Fibromyalgiesyndrom, Schlafstörungen, aber auch bei Neurodermitis und Krebserkrankungen. Zudem hat sich gezeigt, dass Meditation einen positiven Einfluss auf das Immunsystem hat. Die Meditation ist zwar kein Mittel zur Behandlung einer körperlichen Erkrankung, aber begleitend kann sie sehr wirksam sein. Chronische Schmerzen sind Dauerstress und Stress kann auf Dauer das Immunsystem schwächen. Sind wir entspannt, wird umgekehrt das Immunsystem gestärkt. 

 

Sich dem Schmerz mit purer Aufmerksamkeit, Offenheit und wachem Interesse zuzuwenden und sei es auch nur für einen ganz kurzen Moment — dort, wo er sich im Körper am stärksten bemerkbar macht, kann eine zutiefst  heilsame, regenerierende und erhellende Erfahrung sein. Und wenn Sie das Tage, Wochen und Monate praktizieren, kann das Ihre Lebensqualität auf Jahre hinaus verändern. Gemeint ist, dass Sie sich mit Ihrer Erfahrung auf der körperlichen, geistigen und emotionalen Ebene wirklich anfreunden und schauen, was sich dann entwickelt. [...] Sie lernen, in der bewussten Wahrnehmung des Augenblicks zu verweilen, auch angesichts unangenehmer Empfindungen, Gedanken und Gefühle, sogar wenn diese sehr intensiv sind — ja besonders dann.

Jon Kabat-Zinn

 

Meditieren Sie bitte nicht, wenn Sie sehr starke Schmerzen haben oder unter starker Medikamenteneinwirkung stehen.
Dieses Programm ist gedacht als Begleitung einer ärztlichen und medikamentösen Therapie und ersetzt nicht den Besuch eines Arztes.